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DIE ELF

Öufi »

Wo das «

magisch ist Zwar erweist man auch in Solothurn Altehrwürdigem seine Referenz. Doch ganz oben auf der Liste der Stadtheiligen steht eine Zahl: die Elf. Warum? «S’isch immer so gsi». Eine Annäherung auf dem geführten Stadtrundgang.

Blick in die Hauptgasse Solothurns. Zuhinterst ist das Meisterwerk der «magischen Elf», die St. Ursenkathedrale zu sehen. Sie ist das heu- tigeWahrzeichen Solothurns. Bild: SwitzerlandTourism, Markus Buehler

Welchen Namen hätte Alex Künzle sei- ner Brauerei auch geben sollen, wenn nicht «Öufi»? Und wann hätte er die erste Flasche Bier abfüllen sollen – wenn nicht an einem 11. November?Wer nicht aus der Gegend stammt, muss wissen, dass «Öufi» im lokalen Dialekt für die Elf steht, die Zahl. Und dass Solothurn, «die schönste Barockstadt der Schweiz», die Ambassadorenstadt, in der einst Söldner aus ganz Europa für die franzö- sische Armee rekrutiert wurden, im Rhythmus dieser zwei Ziffern pulsiert. Beweise gefällig? Elf Türme prägten einst das Stadtbild – neben elf Kapellen,

elf Kirchen, elf Bastionen und elf öffent- lichen Brunnen auf elf öffentlichen Plät- zen. Zünfte? Gab es elf. Museen? Gibt es elf. Kindergärten, Banken, Chefbe- amte im Einwohnerrat: elf, elf, elf! Solo- thurn wird als elfter Stand der Eidgenos- senschaft geführt, erfährt der Besucher, und dreimal elf Stufen führen in die St.-Ursen-Kathedrale. Überhaupt: die St.-Ursen-Kathedrale, Wahrzeichen der Stadt und Baudenkmal von europäi- scher Bedeutung. Hätte die Elf eine Ad- resse, sie läge hier zwischen Pisoniplatz und Seilergasse, und dreimal elf Stufen führten zu ihrer Pforte.

Ein Quäntchen Grössenwahn Dass die Höhe des Glockenturms durch elf teilbar ist und unter seinem Dach elf Glocken hängen: geschenkt. Dass sich aber elf Altäre im Schiff befinden, gleich- zeitig zu sehen, aber nur an einer einzi- gen Stelle im Hauptgang, und zwar auf dem elften schwarzen Stein vom Ein- gang aus stehend, dass die Betstühle in Elferreihen angeordnet sind und sogar die Bauzeit elf Jahre dauerte: pure Mys- tifizierung. Und Hingabe. Und ein Quänt- chen Grössenwahn. Denn ein wahrer Solothurner, heisst es, wisse, dass auch der Fussball hier erfunden wurde. Wie

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SCHWEIZER GEMEINDE 12 l 2017

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